Pöllandl, gottscheerisch Pelond

Kočevske Poljane oder Poljane in Kurzform gehört zu den ältesten Ansiedlungen im Gebiet der ehemaligen Sprachinsel Gottschee. Obwohl die Siedlung erst im Jahr 1564 erwähnt wurde, sollte die Kirche in Poljane schon im 14. Jahrhundert dokumentiert werden. Aufgrund des Namens, der einen Ort an einem Feld oder an Feldern, d. h. neben einer Ebene oder einem kultivierten, bebauten Land bezeichnet, gehen Historiker davon aus, dass der Ort schon vor der Ankunft der ersten gottscheerischen Ansiedler von Slowenen besiedelt worden war. Ähnliche Ortsbezeichnungen kann man auch außerhalb Sloweniens in den slowenisch besiedelten Orten im österreichischen Kärnten finden. 

Österreich-Ungarn

Ungeachtet seines Namens war Poljane im 16. Jahrhundert ausschließlich vom gottscheerischen Volk besiedelt. In österreichischen Volkszählungen wurde auch später nie eine nennenswerte Anzahl der Slowenen in dem Ort erfasst. Erst nach dem Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Monarchie nahm der Anteil der Slowenen zu, aber bis zum Zweiten Weltkrieg blieb Poljane überwiegend ein gottscheerischer Ort. Typisch war Kontroverse am Anfang der 1890-er Jahren, als der neue Pfarrer bei seinem Amtsauftritt angeblich erklärte, er werde die Pfarre innerhalb fünf Jahren slowenisch machen. Bis 1932 war in Poljane eine selbstständige Pfarrei, danach wurde sie ein Teil der Pfarrei Črmošnjice.

Pöllandl, gottscheerisch Pelond

Poljane war anfangs nicht so groß, denn es bestand im 16. Jahrhundert nur aus drei ganzen Bauernhöfen (hube), die damals unter 7 Besitzern untergeteilt wurden, was etwa dreißig bis fünfunddreißig Einwohner bedeutete. Im Jahr 1770 soll der Ort, der Sitz einer Gemeinde und einer Pfarrei war, 29 Häuser gehabt haben, aber nur 12 Häuser und eine Kirche sind auf einer Militärkarte aus dieser Zeit verzeichnet. Laut der beigefügten Beschreibung war die Kirche auch das einzige feste Gebäude im Dorf. Im Jahr 1869 hatte Poljane mit insgesamt 243 Einwohnern die höchste Einwohnerzahl, danach folgte ein Rückgang, der um die Jahrhundertwende besonders ausgeprägt war und auch danach anhielt. Im Jahr 1931 lebten in 43 Häusern fast ein Drittel weniger Dorfbewohner als sechs Jahrzehnte zuvor.

Vor dem Krieg

Vor dem Zweiten Weltkrieg vermerkte der Ortslexikon der Drau-Banschaft, dass es in Poljane neben der seit 1820 bestehenden Schule auch einen Feuerwehrverein gab. Menschen verdienten ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf der Feldfrüchte und Obst in Novo mesto, während die Abnehmer für Eier in Dolenjske Toplice und Wein in den örtlichen Gaststätten zu finden waren. Das Vieh wurde auf Messen verkauft und das Holz wurde zum Dampfsägewerk in Straža transportiert. Die Pfarre Poljane, die 1792 unabhängig wurde, zählte in der Vorkriegszeit etwas mehr als 500 Seelen. Andere Quellen fügen hinzu, dass die Bewohner von Poljane auf Feldern Getreide und später Kartoffeln anbauten und das Heu von Wiesen auf Heuharfen trockneten. 

Während des Krieges

Anfang Dezember 1941 verließen 117 Personen das Dorf im Rahmen der angeordneten Migration in die Steiermark. Unter dem Einfluss einiger Personen, darunter des aus Poljane stammenden Pfarrers August Schauer, der kurz vor dem Umzug gestorben war, entschloss sich ein geringerer Teil der gottscheerischen Bevölkerung im Črmošnice-Tal für die Aussiedlung als anderswo in der Sprachinsel Gottschee. Einige der Verbliebenen wurden jedoch im Mai 1942 von Partisanen aus Poljane, Občice und Stare Žage vertrieben, weil sie beschuldigt wurden, dass sie mit den Besatzern kollaboriert und von der italienischen Gesellschaft Emona Land für Landsleute gekauft hätten, die zurückkehren wollten. Das Dorf hat während des Krieges keinen größeren Schaden erlitten, da bei der Befreiung nur 8 von 31 Häusern geschädigt oder zerstört wurden. Darin lebten 91 Menschen.

Entwickeln

Die Nachkriegsentwicklung des Dorfes war von der Gründung einer landwirtschaftlichen Genossenschaft, die bis zum Jahr 1952 tätig war, und auch von der Umbenennung des Dorfes in Kočevske Poljane im Jahr 1953 geprägt. Die Einwohnerzahl, die in den Nachkriegsjahrzehnten zunächst über 120 Personen anstieg, begann um die Jahrhundertwende wieder zu sinken und ist bis heute um ein Drittel zurückgegangen. Aufgrund des erhaltenen Gebäude- und städtebaulichen Erbes wurde Poljane jedoch durch eine örtliche Verordnung zum Kulturdenkmal erklärt, zu dem neben den Dorfhäusern und dem Friedhof mit seinen deutschen Grabsteinen auch die spätgotische St. Andreas Kirche im Dorf und die nahe gelegene Mariahilfer Wallfahrtskirche aus dem 17. Jahrhundert einschließt. Die ehemalige Pfarrscheune im Dorf wurde in den Jahren 2012 und 2013 in einen Kultursaal, den August-Schauer-Saal, umgebaut.